Bewahrung des Überkommenen – Umberto Eco zur Problematik der Langzeitarchivierung

20/08/2010

Wir leben in einer Zeit des Umbruchs. Auslöser, Multiplikator, Indikator und Katalysator ist das Web und der PC. Zunehmend stehen im Bereich der Wissenschaft und Literatur die Digitalisierung im Mittelpunkt des Interesses. Woran merkt man, daß es eine Umbruchszeit ist? Klar und deutlich an den Texten, Schriften, Büchern, Filmen und Tondokumenten, die sich neugierig, herausfordernd, ängstlich oder vorwurfsvoll mit dieser Thematik beschäftigen. Dieser Tage ist neu ein Gesprächsbuch zwischen dem Semiotiker Umberto Eco und dem französischen Schriftsteller Jean-Claude Carrière über die große Zukunft des Buches hinzugekommen. Zentrales Thema ist die Problematik der Überlieferung von Überkommenen – das Problem um die Langzeitarchivierung, besonders bei digitalen Medien. Chance und Verlust zu gleich versuchen die beiden Autoren zu erörtern. Leider hatte ich noch nicht die Gelegenheit gehabt, in das Buch hineinzulesen. Es steht aber auf meiner Bücherliste. Einen ersten Eindruck kann man sich wohl von einem Beitrag Eccos in der Frankfurter Rundschau vom 20. August 2010 machen. Die Problematik der Langzeitarchivierung behandelt auch ein Interview mit Dr. Crone, Leiter der Archivstelle des Hessischen Rundfunks. Der Text in der Frankfurter Rundschau und das Interview sollen als erste Anregung zur Auseinandersetzung mit dieser Problematik dienen.


Digitalisierungsprojekt in der Vatikanischen Apostolischen Bibliothek

07/05/2010

Die Vatikanische Apostolische Bibliothek beherbergt die überaus wertvolle Bibliothek des Heiligen Stuhls in Rom. Darunter befinden sich kulturelle Schätze wie die Bibliotheca Palatina – die Bibliothek der Universität Heidelberg, die im Dreißigjährigen Krieg nach der Besetzung der kurpfalzischen Stadt nach Rom gebracht wurde. Theologen, Historiker, Buch- und Kulturwissenschaftler aus aller Welt nutzen die Vatikanische Apostolische Bibliothek für ihre Forschungen. Ein möglichst guter Zugang zu den Archivalien und Büchern ist daher absolut notwendig. Daß dies bei alten und wertvollen Quellen nicht immer so einfach ist, weiß jeder, der Archive oder Sondersammlungen in Bibliotheken besucht hat. Daher ist es zu begrüßen, daß die Vatikanische Apostolische Bibliothek ein großes Digitalisierungsprojekt seiner Bestände beschlossen hat. Das hehre Ziel, den gesamten Bestand von u. a. 80.000 Handschriften, soll so elektronisch gesichert und zugänglich gemacht werden. Welchen enormen Speicherplatz und Datenverwaltung dafür notwendig ist, läßt sich kaum richtig fassen. Auf jeden Fall setzt dies ein besonderes Zeichen für Bibliotheken und Wissenschaften, Digitalisierung als Chance für Langzeitarchivierung und Benutzerfreundlichkeit wahrzunehmen.

Weitere Informationen zu dem Projekt bei Spiegel Online „Der Vatikan macht sein Pergament permanent“ von Richard Meusers.


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