DFG Science TV – Wissenschaft und Fernsehen

10/09/2010

Wissenschaftliches Forschen und Arbeiten ist niemals Selbstzweck, sondern muß in der Gesellschaft verankert sein. Ohne eine starke Verbindung in die Gemeinschaft der Kollegen und Nichtkollegen/Fachfremden/Laien ist Wissenschaft im Elfenbeinturm und verliert so ihre Existenzlegitimation. Mit verschiedenen Mitteln werden Wissenschaftler diesem Grundgedanken gerecht. An erster Stelle sind die Publikationen gemeint, die ja durch die Bibliotheken der Allgemeinheit zur Verfügung steht (daß die überwiegende Menge der Themen dermaßen spezialisiert sind, daß nur wenige sie rezipieren können, steht auf einem anderen Blatt). Tagungen und Konferenzen bilden einen weiteren Weg. Mit der Etablierung des Internets im alltäglichen Umgang der Menschen eröffnen sich neue Wege. Dies erkannte auch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG), die 2009 DFG ScienceTV ins Leben rief. Unter dem Motto „Weck den Forscher in Dir“ dokumentieren zehn ausgewählte Forscherteams selbst filmisch ihre Arbeit. In dreiminütigen Kurzberichten erhält so der Betrachter Einblick in ihre Arbeit, in die Probleme, aber auch in den Erkenntnisfortschritt. In gewisserweise sind dies kleine Reportagen. Da die Forscher die Filme selber drehen, sind sie in ihrer Art individuell. Zwar versuchte die DFG eine gewisse Streuung der Wissenschaftsgebiete zu erreichen, jedoch überwiegen (acht von zehn Bereichen) die Naturwissenschaften. Dies mag wohl dem geschuldet sein, daß naturwissenschaftliche Experimente spannender für den Betrachter sind als das Studium von Büchern oder Akten der Geisteswissenschaftler. Sehr zum Nachteil der Geisteswissenschaften. Ihre benachteiligte Stellung in der Wissenschaft wird hier wieder sehr deutlich.
Insgesamt ist es eine sehr interessante, auch gut umgesetzte Idee, Forschung der Allgemeinheit näher zu bringen. Mich würde die Zugriffszahlen und die Verbreitung der Filme interessieren? Wer von Ihnen kannte diese Filme schon vorher? Was meinen Sie zu diesem Projekt?

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Plattform für wissenschaftliches E-Publishing: Carpet

14/06/2010

Startseite des Carpet-ProjectsSeit November 2008 existiert eine – so scheint es mir – bisher in der breiten Wissenschaftsszene noch recht unbekannte Plattform für wissenschaftliches E-Publishing: das CARPET-Project. Gefördert von der DFG bieten in einer Kooperation die Humboldt-Universität zu Berlin, die Max Planck Digital Library und die Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothe Göttingen diese öffentlich zugängliche Informations- und Kooperationsplattform an. Ziel des Projektes ist es „eine effiziente Nutzung von Werkzeugen und Dienstleistungen für das wissenschaftliche Publizieren“ zu unterstützen:
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Diskussion oder Meinungsstreit?

10/06/2010

Ich bin mir bzgl. dieses Posts ziemlich unsicher, ob es gut ist, ihn zu schreiben und zu veröffentlichen oder es lieber doch sein zu lassen, da es eigentlich schon viel beschrieben worden ist. Es geht um das Thema „Diskussionen (im Internet)“. Ein Ereignis, eine (persönliche) Bemerkung löst eine Diskussion aus und führt zu teilweise heftigen Reaktionen in den verschiedenen Social Media Bereichen (Twitter, Blogs, Communities). Aktuell beispielsweise bei „Ich mach was mit Büchern“: hier gibt es eine Interviewreihe, in der auf vier standardisierte Fragen jeder, der sich in Verbindung mit Büchern sieht, antworten kann. Nun wurde die Frage aufgeworfen, ob Interviews von Neuautoren lesenswert sind, ob es ein Übergewicht dieser Gruppe besteht. Auslöser war eine persönliche Aussage von Andreas Selling auf Facebook. Die Diskussion, die darauf entbrannte, war für mich der Anlaß, meine Beobachtungen zu solchen Meinungsaustauschen zu formulieren.

Wie entwickelt sich solch ein Meinungsstreit? Ist es eine Diskussion?

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