Aufwand von Digitalisierung

19/05/2010

Das kurze Video gibt einen Einblick in die Digitalisierung von Dissertationen in der Universitätsbibliothek Innsbruck. Komprimiert, aber dadurch einprägsam erhält der Betrachter einen Eindruck vom technischen Aufwand der Digitalisierung. Sofort kamen mir Gedanken und Fragen zur Technik, ihre Bereitstellung und Kosten auf. Gleichzeitig ist gut zu sehen, daß man auch (qualifiziertes) Personal für die Digitalisierung benötigt. Dies macht sich um so deutlicher bemerkbar, wenn man auf Googlebooks Bücher sieht, auf denen Hände, umgeknickte Seite etc. das Digitalisat unbrauchbar machen. In dem Film, der 2008 auf Youtube eingestellt wurde, werden folgende Zahlen genannt:

  • 216.000 Dissertationen = 1800 lm = ca. 22 Mio. Seiten

Aufwand: Personal für

  • 3 x 10 h Scannen
  • 1 x 10 h Qualitätskontrolle
  • ca. 250.000 -300.000 Seiten Durchsatz/Woche
  • ca. 18-20 Monate Arbeitszeit insgesamt

Leider konnte ich keine Informationen dazu finden, ob die Dissertationen, die ja in ihre einzelnen Seiten auseinandergenommen worden sind, wieder zusammengefügt wurden.

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Digitalisierungsprojekt in der Vatikanischen Apostolischen Bibliothek

07/05/2010

Die Vatikanische Apostolische Bibliothek beherbergt die überaus wertvolle Bibliothek des Heiligen Stuhls in Rom. Darunter befinden sich kulturelle Schätze wie die Bibliotheca Palatina – die Bibliothek der Universität Heidelberg, die im Dreißigjährigen Krieg nach der Besetzung der kurpfalzischen Stadt nach Rom gebracht wurde. Theologen, Historiker, Buch- und Kulturwissenschaftler aus aller Welt nutzen die Vatikanische Apostolische Bibliothek für ihre Forschungen. Ein möglichst guter Zugang zu den Archivalien und Büchern ist daher absolut notwendig. Daß dies bei alten und wertvollen Quellen nicht immer so einfach ist, weiß jeder, der Archive oder Sondersammlungen in Bibliotheken besucht hat. Daher ist es zu begrüßen, daß die Vatikanische Apostolische Bibliothek ein großes Digitalisierungsprojekt seiner Bestände beschlossen hat. Das hehre Ziel, den gesamten Bestand von u. a. 80.000 Handschriften, soll so elektronisch gesichert und zugänglich gemacht werden. Welchen enormen Speicherplatz und Datenverwaltung dafür notwendig ist, läßt sich kaum richtig fassen. Auf jeden Fall setzt dies ein besonderes Zeichen für Bibliotheken und Wissenschaften, Digitalisierung als Chance für Langzeitarchivierung und Benutzerfreundlichkeit wahrzunehmen.

Weitere Informationen zu dem Projekt bei Spiegel Online „Der Vatikan macht sein Pergament permanent“ von Richard Meusers.


Stellungnahme des Deutschen Bibliotheksverbandes zur Deutschen Digitalen Bibliothek

03/05/2010

Vor einer Woche formulierte der Deutsche Bibliotheksverband seine Stellungnahme zur Deutschen Digitalen Bibliothek. Drei Hauptschwerpunkte können in der PM ausgemacht werden:

1.) Förderung der Digitalisierung der Literatur des 19. und 20. Jahrhunderts

2.) Bereitstellung der Digitalisate nach Open Access-Richtlinien

3.) Beteiligung und Einbeziehung von Museen, Archiven, Denkmalpflege etc.

Sollte diese Punkte tatsächlich dabei umgesetzt werden, was zu wünschen ist, dann würde ein lohnendes, überaus nützliches Netzwerk für die Wissenschaft und Öffentlichkeit entstehen. Wissen (in Form von Drucksachen) und Hilfsmittel in freier Form zugänglich fördert die Forschung und den Diskurs. Es würden so die Mindestanforderungen an die Deutsche Digitale Bibliothek erfüllt werden. Daher begrüße ich die Stellungnahme des Bibliotheksverbandes.

P. S. Eigentlich ist in einer Bibliothek der Zugang zu den Büchern frei oder nur mit geringen Aufwand möglich ;-). In gewisser Weise mußte ich bei der Open Access-Forderung schmunzeln. Aber ich verstehe den Hintergrund: die Chancen, auch in gewisser Weise eine wissenschaftliche Konkurrenz zu Google Books zu werden, sollte bei dem Aufbau der Deutschen Digitalen Bibliothek nicht verschwendet werden. Ansonsten wäre dieses Projekt wenig sinnreich.


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