Umzug des Blogs: neue Website http://digiwis.de

28/09/2010

Liebe Leser,

bei mir hat sich im Sommer meine berufliche Situation dahingehend geändert, daß ich ab September 2010 freiberuflich arbeite. Unter dem Namen „Digiwis: Wissenschaft und Publizieren im digitalen Zeitalter“ biete ich jetzt allen am Publikationsprozeß Beteiligten – also u. a. Absolventen, Verlagen, Bibliotheken, Museen, Archive oder Institutionen – Beratungen, Konzepte, Workshops, Seminare, Satzarbeit, Projektarbeit in den Bereichen Publizieren, Open Access, Open Journal System, Social Media etc. an.

Alle Informationen finden Sie auf meiner Website http://digiwis.de.

Mein Blog „Digiwis: Wissenschaft und Neue Medien“ betreibe ich natürlich weiter. Er ist jetzt unter http://blog.digiwis.de erreichbar. Dort berichte und informiere ich Sie weiterhin zu den Themen „Wissenschaft und Neue Medien“. Gerne können Sie dort meine Beiträge kommentieren und mit mir diskutieren. Auf dieser Domain „https://digiwis.wordpress.com“ werde ich nicht mehr posten. Als Archiv wird er jedoch weiterhin bestehen bleiben, auch wenn Sie alle bisherigen Beiträge auf der neuen Domain nachlesen können.

Ich würde mich freuen, Sie dort als Leser wieder begrüßen zu können. Unter kontakt/at/digiwis.de können Sie mich schnell und unkompliziert erreichen.

Herzliche Grüße

Ihre

Wenke Richter


Merchandisingprodukte der Informationsplattform open-access.net

17/09/2010
Logo: Open Access, Quelle: open-access.net

Logo: Open Access, Quelle: open-access.net

Heute kam die Nachricht über die Mailingliste herein, daß die Informationsplattform open-access.net einen Shop für Merchandising-Produkte eröffnet hat. Ziel dieser Aktion ist es, daß Freunde und Interessierte von Open Acces mit Hilfe von T-Shirts, Mützen, Schirmen, Tassen oder Taschen auf das Thema im Alltag aufmerksam machen. Teilweise ist es möglich, die Farben für die Produkte selbst zu wählen. Es ist interessant, was es alles für Produkte gibt: Shirts sind ja alltäglich, aber sogar Hundetücher mit dem OA-Logo werden angeboten. DAS ist schon außergewöhnlich! Leider gibt es nix für Katzen oder Babys – letzteres als Nachwuchsföderung ;-).

„Die Informationsplattform stellt alle Motive provisionsfrei zur Verfügung und hat somit keinen Erlös“, heißt es in der Mail. Bedeutet das nun, daß die Informationsplattform überhaupt keinen finanziellen Gewinn aus der Aktion hat? Wenn dem so wäre, wäre es meiner Meinung nach Schade, denn so könnte etwas Geld als Unterstützung zurückfließen (ja, mir ist bewußt, daß die Partner der Informationsplattform öffentliche Institute sind, die mit der Verbuchung solcher Gelder es schwer haben). Die Preise sind von dem Shop-Service Spreadshirt vorgegeben und können nicht beeinflußt werden.

Einziges Manko: auf der Website von der Informationsplattform ist der Hinweis auf den Shop recht versteckt auf der rechten Sidebar. Gegen eine bessere Kennzeichnung hätte ich nichts einzuwenden.

Insgesamt finde ich die Idee sehr nett und mache gerne auf sie aufmerksam. Was meinen Sie dazu?


DFG Science TV – Wissenschaft und Fernsehen

10/09/2010

Wissenschaftliches Forschen und Arbeiten ist niemals Selbstzweck, sondern muß in der Gesellschaft verankert sein. Ohne eine starke Verbindung in die Gemeinschaft der Kollegen und Nichtkollegen/Fachfremden/Laien ist Wissenschaft im Elfenbeinturm und verliert so ihre Existenzlegitimation. Mit verschiedenen Mitteln werden Wissenschaftler diesem Grundgedanken gerecht. An erster Stelle sind die Publikationen gemeint, die ja durch die Bibliotheken der Allgemeinheit zur Verfügung steht (daß die überwiegende Menge der Themen dermaßen spezialisiert sind, daß nur wenige sie rezipieren können, steht auf einem anderen Blatt). Tagungen und Konferenzen bilden einen weiteren Weg. Mit der Etablierung des Internets im alltäglichen Umgang der Menschen eröffnen sich neue Wege. Dies erkannte auch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG), die 2009 DFG ScienceTV ins Leben rief. Unter dem Motto „Weck den Forscher in Dir“ dokumentieren zehn ausgewählte Forscherteams selbst filmisch ihre Arbeit. In dreiminütigen Kurzberichten erhält so der Betrachter Einblick in ihre Arbeit, in die Probleme, aber auch in den Erkenntnisfortschritt. In gewisserweise sind dies kleine Reportagen. Da die Forscher die Filme selber drehen, sind sie in ihrer Art individuell. Zwar versuchte die DFG eine gewisse Streuung der Wissenschaftsgebiete zu erreichen, jedoch überwiegen (acht von zehn Bereichen) die Naturwissenschaften. Dies mag wohl dem geschuldet sein, daß naturwissenschaftliche Experimente spannender für den Betrachter sind als das Studium von Büchern oder Akten der Geisteswissenschaftler. Sehr zum Nachteil der Geisteswissenschaften. Ihre benachteiligte Stellung in der Wissenschaft wird hier wieder sehr deutlich.
Insgesamt ist es eine sehr interessante, auch gut umgesetzte Idee, Forschung der Allgemeinheit näher zu bringen. Mich würde die Zugriffszahlen und die Verbreitung der Filme interessieren? Wer von Ihnen kannte diese Filme schon vorher? Was meinen Sie zu diesem Projekt?


Neue Informationen zur OpenAccess-Plattform der Berlin Verlage

03/09/2010

In diesem Frühjahr überraschte eine Pressemitteilung der Berlin Verlage sowohl die Verlagsbranche als auch die Wissenschaftsszene: die Ankündigung einer OpenAccess-Plattform für Monographien aus den Geisteswissenschaften unter dem Label Berlin Academic, die im Sommer 2010 starten sollte. Neben dem freien Zugang zu den wissenschaftlichen Texten wurde die Entscheidung für eine Lizenzierung unter Creative Commons vor allem von OpenAccess-Befürwortern begrüßt.

Nun ist der Sommer (fast) vorbei, aber leider startete die Plattform nicht. Da es auch sonst keine weiteren Informationen in den letzten Monaten seit der Veröffentlichung der Pressemitteilung gab, schrieb ich aus Neugierde und Interesse die Berlin Verlage an. Schnell wurde meine Anfrage mit einer Verabredung zu einem Telefongespräch bearbeitet. Am Mittwoch telefonierte ich dann mit Frau Katja Oechel, Digital Marketing Manager von Berlin Academic. Das kann ich schon vorweg sagen: es war ein sehr interessantes, freundliches und auch angesichts gewisser marketingtechnischer Interessen offenes Gespräch. Dafür bedanke ich mich an dieser Stelle recht herzlich.

Was sind nun die neuen Informationen? Auch wenn es längere Zeit still war, die Plattform kommt – jedoch mit Verspätung. Wahrscheinlich startet sie im Frühjahr 2011 . Grund für die Verzögerung ist wohl eine längere benötigte Programmierzeit für die Plattform, als ursprünglich vorgesehen. Spannend wird es sein, wie diese aussieht – vor allem hinsichtlich der geplanten Monographie-Plattform des OJS-Systems, welche schon seit geraumer Zeit angekündigt ist. Ein interessanter Hinweis gab mir Frau Oechel: die OpenAccess-Plattform orientiert sich dabei an dem für September 2010 vorgesehenen Launch einer entsprechenden OpenAccess-Plattform des Hauptverlages Bloomsbury in Großbritannien, genannt Bloomsbury Academic. Sobald diese gestartet wird, werde ich sie mir mal genauer anschauen und Sie darüber informieren.

Die Lizenzierung unter Creative Commons steht fest. Es wird zwei verschiedene Autoren-Modelle geben: ein Instituts- und ein Einzelautoren-Modell, letzteres ist jedoch noch nicht bis ins Einzelne ausgearbeitet. Jedoch erste Informationen gibt es sowohl für Institute als auch für Autoren auf der Website von Berlin Academic. Alle Texte sollen einem Peer Review-Verfahren unterliegen, den Autoren werden u.a. als verlegerische Leistung neben der Begutachtung auch ein Korrektorat und die Herstellung angeboten. Als Finanzierung scheint es eine Mischung aus Instituts- und Einzelautorengebühren geben. Immerhin erhält so ein Autor mehr als bei mancher jetzigen wissenschaftlichen Publikation. Die Texte sollen als HTML, PDF, Epub und als Printpublikation ausgegeben werden, vorletzteres wohl gegen Gebühr.

Natürlich bleiben bei solch einem Gespräch Fragen offen. Zunächst sei der Einwand vorgebracht, daß wohl fast 90 % aller wissenschaftlichen Monographiepublikationen in den Geisteswissenschaften Qualifikationsschriften (Dissertationen vor allem) sind, die ja im Promotionsverfahren schon begutachtet worden sind. Zugleich sind die Themen oft dermaßen spezialisiert, daß mir ein Peer Review seitens des Verlages schwer erscheint. Frau Oechel wies im Gespräch darauf hin, daß der Fokus der Plattform auf hochwertige Publikationen liegen wird, die von einem internationalen Editorial Boards gemanagt werden. Zur Qualitätssicherung schaltet der Verlag ein Begutachtungsverfahren vor der Veröffentlichung vor. Trotzdem lassen mich diese beiden Punkte an einem Zugewinn der Begutachtung durch Berlin Academic zweifeln.

Darüber hinaus erscheint mir für das wissenschaftliche Arbeiten das Epub-Format nicht geeignet, da dort keine ordnungsgemäße Zitierung durch die Verschiebung der Seitenzahlen gegeben ist. Zudem wird es wohl heftige Diskussionen darüber geben, daß eine Formatausgabe aufgrund des Gebührenmodells nicht Open Access ist. Frau Oechel betonte jedoch, daß Berlin Academic versucht, alle vom Nutzer/Autor gewünschten Formate zu berücksichtigen, also eine große Bandbreite je nach individuellen Wünschen anzubieten. Dies ist erstmal keine schlechte Idee, interessant wird es, welche Formate letztlich tatsächlich genutzt werden. Wie gesagt, manche werden wohl für das wissenschaftliche Arbeiten weniger geeignet sein.

Darüber hinaus blieben noch einige Fragen wie nach der Langzeitarchivierung, der Einbindung von VG Wort-Zählmarken (Meldung der Online-Texte) oder der Zusammenarbeit mit Repositorien offen. Als Endergebnis schält sich heraus: die Plattform, die dann wohl einfach Berlin Academic heißen wird, ist ein spannendes OpenAccess-Projekt, an dem noch einiges zu tun ist. Mir scheinen jedoch einige Aspekte, die für das wissenschaftliche Arbeiten notwendig sind, noch nicht hinreichend beachtet worden zu sein. Frau Oechel betont in unserem Gespräch, daß die Plattform und das Team erst im Aufbau ist und daher noch nicht alle Punkte berücksichtigt werden konnten. Dies erklärt auf jeden Fall manche Fragen, auch wenn sie dadurch noch nicht beantwortet worden sind. Ich hoffe jedoch, daß die Berlin Verlage noch manche Schwierigkeiten, auch durch Gespräche mit verschiedenen Wissenschaftlern bei dieser Form des wissenschaftlichen Publizierens beseitigen können. Ein Author Advisory Board ist jedenfalls in Planung. Auf jeden Fall scheint mir mit dieser Plattform Bewegung in die OpenAccess-Publikationsmodelle für Verlage zu kommen, was ich sehr begrüße.


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