Auf in den Kindergarten: von Bedeutungsveränderungen bei Social Media

Quelle (CC-Lizenz): "Scott Beale / Laughing Squid" http://laughingsquid.com/

Quelle (CC-Lizenz): "Scott Beale / Laughing Squid" http://laughingsquid.com/

Bisher gibt es in zahlreichen Zusammenfassungen oder Betrachtungen zu Social Media die Grundaussage: „Alles am Anfang“, „Wir üben noch“, „Einfach ausprobieren und Social Media entdecken“. Startete man mit Foren und Blogs, kamen im Laufe der Zeit neue Tools wie Communities à la Facebook/MeinVZ/StudiVZ/Myspace oder Twitter hinzu, die von den Usern begeistert aufgenommen, ausprobiert, weiterempfohlen wurden und dadurch mehr an Nutzung und Bedeutung erlangen. Eine zeitlang schien es so, daß diese Tools sich ergänzten oder zumindest ganz gut nebeneinander genutzt werden konnten. Aber wie es eben so ist, ist das nur ein scheinbarer Moment, der anhält. Pantha rei. Und so ändert sich auch Social Media, da zahlreiche Tools sich in ihrer Funktionalität überschneiden, Redudanzen entstehen und man nur eine begrenzte Zeit für die Nutzung zur Verfügung hat. Als Nutzer paßt man sich an, ändert, konzentriert die Tools, vermeidet Doppelungen: braucht man mehrere Communities? Ersetzen Facebook und Twitter zusammen den Blog?

Erst später setzen die Reflexionen darüber ein. Dieser Moment ist gekommen, wie jeder aufmerksame Beobachter feststellt. Es häufen sich Blogpost, in denen einerseits die Veränderungen beschrieben werden (beispielsweise weniger Kommentare oder Posts in Blogs), andererseits nach Ursachen geforscht, selten nach Lösungen gesucht werden. Ich würde diese Situation komplett anders beschreiben: das Baby Social Media geht nun in den Kindergarten. Strukturen und Abgrenzungen bilden sich, Rangkämpfe werden gefochten. Die Zeit des einfachen Ausprobierens ohne Strukturierung ist vorbei. Diese Entwicklung spüren alle Beteiligten und auf diese unbekannte Veränderungen reagieren die Menschen unterschiedlich: Angst, Ablehnung oder auch Neugierde, Offenheit.
Wir wissen nicht, wie Social Media in 5 oder 10 Jahren aussieht oder es überhaupt noch gibt, so wie Eltern nicht sagen können, wie ihr Kind zehn Jahre nach dem Kindergartenbesuch sich entwickelt hat. Daß dieser nächste Schritt jedoch wichtig und „normal“ ist, sollten wir nicht anzweifeln. Strukturierungen sind für den Menschen zur Bewältigung der täglichen Chaoseindrücke notwendig. Dies gilt auch für die Tools. Manches wird an seiner Bedeutung verlieren und irgendwann nicht mehr genutzt (siehe Second Life). Ja und, möchte man an dieser Stelle rufen. Dafür wird manches schärfere Konturen entwickeln oder Neues entstehen. Pantha rei!

Zum Nachlesen einige Artikel zu den Veränderungen:

Übrigens: solche Diskussionen um Veränderungen gibt es zur Zeit auch in anderen Bereichen, so beispielsweise in der Verlags- und Buchbranche um die Frage nach dem physischen, gedruckten Buch.

Advertisements

One Response to Auf in den Kindergarten: von Bedeutungsveränderungen bei Social Media

  1. […] This post was mentioned on Twitter by socialmediascan, digiwis. digiwis said: Auf in den Kindergarten: von Bedeutungsveränderungen bei Social Media http://bit.ly/aVLOaa […]

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: