Vernetzung in der Wissenschaft durch Wikis

Ziel und Zweck einer jeglichen Forschung ist der Austausch. Denn nur so werden Ergebnisse vermittelt, Diskussionen angeregt, Spannungen und Anregungen erzeugt, die im besten Fall wieder zu Forschungen und neuen Erkenntnissen führen. Dieses Ziel kann man als Wissenschaftler nur erreichen, wenn man in der Wissenschaftsöffentlichkeit präsent ist, d. h., sein Name, sein Interessen- und Forschungsschwerpunkt, seine Publikationen und seine Kontaktdaten bekannt sind. Natürlich reichte es lange Zeit aus, Rezensionen oder Aufsätze zu schreiben, Tagungen zu besuchen, vielleicht dort sogar zu referieren. Der Anfang dahin ist nicht immer einfach. Junge Nachwuchswissenschaftler brauchen dabei sehr oft die Förderung und Unterstützung ihrer Betreuer. Einerseits ist dies im Idealfall als eine Art „Qualitätssicherung“ zu sehen, andererseits gilt hier das Sprichwort: „am richtigen Ort, zur richtigen Zeit mit den richtigen Personen zu sein“. Trotz allem gilt: Netzwerken war und ist das Zauberwort! An dieser Stelle bietet das Web vielgestaltige Möglichkeiten: sei es durch die Mitgliedschaft in einer Community wie Researchgate oder eben durch einen Eintrag in einem Wiki. Als letzteres sei auf das cibera ForscherWiki der Staatsbibliothek Hamburg hingewiesen.Es versammelt in Biogrammen Informationen (Forschung, Publikation, Kontaktdaten) zu deutschsprachiger iberoamerikanischen Forschern. Über 1000 Wissenschaftler wurden im Wiki schon aufgenommen. Die Einträge werden von den Forschenden selbst aktualisiert. Über verschiedene Suchmöglichkeiten kann man den entsprechenden Wissenschaftler finden. Die Idee ist nicht schlecht: unkompliziert, aber dennoch systematisch ist es ein Verzeichnis von Wissenschaftlern zu einem bestimmten Thema. Natürlich kann ein großes Aber kommen: das kann ja jeder machen, ist das vertrauenswürdig, was geschieht mit meinen Daten? Da ist zu sagen: es mag lapidar klingen, Mißbrauch kann jederzeit stattfinden. Doch bei solchen Anbietern wie die Staatsbibliothek Hamburg ist dies kaum anzunehmen. Es ist eine private Abwägung: Öffentlichkeit suchen, auch im Bezug auf Risiko des Mißbrauchs oder im Kämmerlein allein vor sich hin forschen? Ohne Zweifel soll man vorsichtig mit seinen privaten Daten im Web sein, aber Publikationen wollen doch gelesen werden, als Forscher will man den Austausch? Was meinen Sie?

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One Response to Vernetzung in der Wissenschaft durch Wikis

  1. Markus Trapp sagt:

    Vielen Dank für die Vorstellung des cibera ForscherWiki, auf die ich gerade per Zufall gestoßen bin. In der Tat bieten gemeinschaftlich organisierte Wikis, wie das von uns aufgebaute und gemeinsam von den Fachwissenschaftlern aktualisierte, eine sehr gute Möglichkeit sowohl der Vernetzung als auch des fachlichen Überblicks.

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